20.07.10 Freitags fleischfrei? - Meinungsäußerungen zu einem brisanten Thema


Etliche Besucher/innen der Ausstellung „Mein Sonntag“ im Heppenheimer Haus der Kirche haben sich schriftlich an der Diskussion beteiligt, ob wir den Fleischkonsum reduzieren und einmal in der Woche bewusst auf Fleisch verzichten sollten. Konkret hatte das Evangelische Dekanat gefragt: „Was halten Sie von einem fleischfreien Freitag?“ Die Antworten sind nicht repräsentativ, aber aufschlussreich.

Alle Ausstellungsbesucher/innen, die sich an der Umfrage beteiligt hatten, können sich mit der Idee eines fleischfreien Freitags anfreunden. Nicht eine einzige negative Stellungnahme wurde abgegeben. Im Gegenteil: einigen reicht ein fleischfreier Tag in der Woche nicht aus.

„Einmal in der Woche auf Fleisch zu verzichten, ist viel zu wenig. Ich wäre für dreimal die Woche“, heißt es in einer Stellungnahme. Eine Frau aus Alsbach schrieb: „Die Idee, weniger Fleisch zu essen, finde ich sehr gut. Bei uns werden dabei allerdings offene Türen eingerannt. Wir essen schon ganz wenig Fleisch“. In einer anderen Meinungsäußerung heißt es: „Seit ein paar Jahren bauen wir unseren Fleischkonsum ab. Mehrere Tage in der Woche bleiben fleischfrei. Ich finde Ihre Initiative gut, schon mal mit dem Freitag anzufangen.“  Und in einer Kurzstellungnahme schrieb jemand: „Besser eine fleischlose Woche!“

Eine Frau aus Rimbach äußerte sich so: „Ich möchte Sie bei dem Vorschlag, einen fleischlosen Tag in der Woche einzuführen, den "fleischlosen Freitag", unterstützen. Ich bin mit dieser christlichen Tradition aufgewachsen, in meinem Elternhaus gab es freitags Fisch oder nur Gemüse. Ich habe dies in gleicher Weise mit meiner nunmehr 17-jährigen Tochter gelebt. Beim Verzehr von Fleisch geht mir Qualität vor Quantität. Ich würde mir wünschen, dass dieses Bewusstsein bei vielen Menschen vorherrscht, so könnte die Massentierhaltung irgendwann der Vergangenheit angehören und auch die Umwelt würde eine Entlastung erfahren.“

In der Ausstellung, die derzeit auf „Wanderschaft“ ist und ab dem 25. Juli in der Evangelischen Gemeinde Wald-Michelbach gezeigt wird,  war neben den Sonntag-Porträts auch ein kleiner Prosatext zu lesen mit dem Titel "Sonntagsbraten". Seine Kernaussage: wir können den Sonntagsbraten erst wieder richtig in vollen Zügen genießen, wenn wir unter der Woche deutlich fleischreduziert essen oder ganz auf Fleisch verzichten. Dazu äußerten sich viele Ausstellungsbesucher/innen  grundsätzlich zustimmend.

„Der Sonntagsbraten, wie hier angesprochen, hat auch eine wichtige Bedeutung, den
besonderen Tag hervorzuheben – vor allem wenn er gemeinsam mit der Familie gegessen wird“. Und in einer andere Stellungnahme heißt es: „In meiner Kindheit gab es den Sonntagsbraten – das war etwas Besonderes. Manchmal lade ich meine Kinder zum Sonntagsbraten ein – das ist dann besonders schön“.

Die Auswirkungen der Massentierhaltung auf das Klima werden oft unterschätzt. Rund 14 Prozent aller weltweiten Treibhausgas-Emissionen stammen aus der Landwirtschaft. Das ist mehr als der Flugverkehr zu den klimaschädlichen Emissionen beiträgt. Allein ein Kilo Rindfleisch belastet das Klima genauso stark wie 250 Kilometer mit dem Kleinwagen auf der Autobahn zu fahren. Eine Arbeitsgruppe im Haus der Kirche befasst sich deshalb seit einiger Zeit mit dem Themenkomplex „Bewahrung der Schöpfung/Klimaschutz und Fleischkonsum“. Der „fleischfreie Freitag“ spielt bei den Überlegungen eine wichtige Rolle. Dazu sind weitere Meinungsäußerungen erwünscht. Ihre Ansichten interessieren uns sehr: Was halten Sie von dem „fleischfreien Freitag“?

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Foto: Schwein gehabt? - Freitags fleischfrei?
Text u. Foto: bet