17.07.10 Nach Kritik der Kirchen: Neues Raumkonzept für die Vitos-Klinik


In der Kontroverse um die Neubaupläne der Vitos-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie hat es einen Durchbruch gegeben. Nach Protesten der evangelischen und katholischen Kirche lenkte die Vitos-Geschäftsführung ein und sicherte zu, im Neubau einen angemessen großen Raum für persönliche Einkehr, für Stille und für Gottesdienstfeiern zur Verfügung zu stellen.

Bei dem von Vitos jetzt zugesicherten Raumkonzept handelt es sich nach Ansicht der Kirchen um die Mindestgröße. Für die beiden Büros der evangelischen und katholischen Seelsorge sowie einem Raum der Stille stehen insgesamt 56 Quadratmeter zur Verfügung. Dies bedeutet für die Psychiatrie-Seelsorge nach eigenen Angaben zwar keinen Idealzustand, aber immerhin eine Arbeitsgrundlage.  In dem neu konzipierten Raum der Stille könnten Gottesdienste gefeiert werden, zugleich könnten die Patientinnen und Patienten den Raum auch täglich als Rückzugsort nutzen.

Die Bergsträßer Dekanin Ulrike Scherf sagte: „Auch wenn wir uns für Andachten und Gottesdienste einen größeren Raum gewünscht hätten, kommt die jetzt gefundene  Lösung dem Patienteninteresse näher als die ursprüngliche Planung“. Die geänderte Raumkonzeption zeige, dass Vitos die Kritik der Kirchen ernst nehme. Vitos-Geschäftsführer  Siegfried Hüttenberger sprach von einer  „praktikablen und guten Lösung“.

Das ursprüngliche Raumkonzept für den Neubau der Vitos-Klinik neben dem Kreiskrankenhaus in Heppenheim  hatten die Kirchen als unzureichend kritisiert. Sie hatten darauf gedrungen, dass den Patientinnen und Patienten ein fester, ausreichend großer und ansprechend gestalteter Raum zur Verfügung steht. Dies, so hatten die Seelsorgerinnen und Seelsorger in der Psychiatrie deutlich gemacht, sei bei Krankheit, Krisen und seelischer Not von großer Bedeutung.

 

Text u. Foto: bet