10.06.10 Kritik an Streichung des Elterngeldes - Würde von Kindern ist unantastbar


Durch die Entscheidung der Bundesregierung, das Elterngeld für Hartz-IV-Bezieher ersatzlos zu streichen, befürchtet das Evangelische Dekanat Bergstraße nicht allein finanzielle Nachteile für die sozial Schwächsten. Damit  werde auch die menschliche Würde verletzt.

„Die Streichung des Elterngeldes könne auf die Betroffenen so wirken, als sei ihr Kind dem Staat weniger wert. Es könne der Eindruck entstehen, als ob Kinder von Hartz-IV-Beziehern nicht erwünscht seien“, kritisierte die Bergsträßer Dekanin Ulrike Scherf. Kinder dürfe man nicht als bloße Kostenfaktoren betrachten. „Wir müssen deutlich machen, dass jedes Kind ganz gleich welcher Herkunft willkommen ist“. Die Regierungskoalition setze leider ein anderes Signal, wenn gleichzeitig Gutverdienende keinerlei Abstriche hinnehmen müssten und weiterhin maximal 1.800 Euro Elterngeld bekämen.  Beim Elterngeld dürfe nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Die Dekanin erinnerte daran, dass laut Grundgesetz die Würde des Menschen unantastbar sei. „Das gilt auch und gerade für Kinder aus sozial schwachen Familien“.

Dekanin Scherf hält die Streichung des Elterngeldes für eine unzumutbare Härte. Eine  junge Familie, die zur Bestreitung des Lebensunterhalts auf Hartz-IV angewiesen sei, müsse in den ersten zwölf Lebensmonaten eines Kindes künftig mit 300 Euro weniger auskommen. „Die Auswirkungen werden wir in der Region Bergstraße direkt erleben, wenn junge Eltern und vor allem Alleinerziehende bei den Tafeln in Rimbach, Bensheim oder Lampertheim Schlange stehen, damit sie für sich und ihre Kinder genug zum Essen haben“,  betonte die Bergsträßer Dekanin.

 

Text: bet