13.05.10 "Viele Menschen, schöne Atmosphäre, Super-Stimmung" - Impressionen vom Münchner Kirchentag


Die Region Bergstraße ist auf dem Ökumenischen Kirchentag zahlreich vertreten. Allein an der gemeinsam vom evangelischen und katholischen Dekanat Bergstraße organisierten Gruppenfahrt  haben sich 78 Menschen beteiligt. Hinzu kommen Christen, die mit ihrer Kirchengemeinde oder als Einzelpersonen nach München gefahren sind.

Arik Jansen, Gemeindepädagoge in Auerbach und Gronau-Zell, besucht mit einer Jugendgruppe verschiedene Veranstaltungen. Seine Eindrücke fasst er mit drei Worten zusammen: „Viele Menschen, schöne Atmosphäre, Super-Stimmung“. Von Gemeinsamkeit evangelischer und katholischer Christen werde auf dem ökumenischen Kirchentag nicht nur geredet, sie werde auch praktiziert. Das sei überall zu spüren, so Arik Jansen.

Einen ganz ähnlichen Eindruck hat Renatus Keller, Pfarrer für Ökumene im Evangelischen Dekanat Bergstraße: “Die Gottesdienste werden gemeinsam gefeiert und das gemeinsame Erleben steht eindeutig im Vordergrund“. Besonders beeindruckt hat ihn, dass sehr viele junge Menschen nach München gekommen sind und dort Gemeinschaft suchen.

Die Bergsträßer Dekanin Ulrike Scherf hat sich auf dem Kirchentag in einer restlos überfüllten Halle eine Bibelarbeit der früheren EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann angehört. „Es waren sehr beeindruckende Gedanken zur Geschichte von der Arche Noah und dem Regenbogen, zu der Margot Käßmann viele aktuelle Bezüge herstellte.“ Das hatte nicht nur der Dekanin imponiert, sondern auch die übrigen 6.000 Besucher der Bibelarbeit. Für Margot Käßmann gab es am Ende stehende Ovationen.  Sie hatte auch dafür plädiert, „die Sehnsucht wach zu halten, das wir uns an einen gemeinsamen Tisch setzen“. Ein deutlicher Appell für das gemeinsame Abendmahl katholischer und evangelischer Christen.

Der Abendmahlstreit hatte vor allem den ersten ökumenischen Kirchentag in Berlin geprägt. Die Diskussion wird in München weitergeführt. Sie ist aber nicht so dominant wie die Debatte um Missbrauch in der katholischen Kirche.  Ein Thema, das in vielen Gesprächen auch am Rande offizieller Veranstaltungen eine große Rolle spielt,  berichtet Pfarrer Renatus Keller. „Es geht dabei nicht um Schuldzuweisung, sondern um die Frage, wie Kirche mit Schuld umgeht und wie sie die Missbrauchsfälle aufarbeitet.“

Beachtung fand auch eine Aktion der Allianz für den freien Sonntag auf dem Münchner Marienplatz.  „Das zeigt, dass das Thema Sonntagsarbeit und Sonntagsschutz  nicht nur bei uns in der Region Starkenburg, sondern bundesweit von Bedeutung ist“, sagte Dekanin Scherf. Im Heppenheimer Haus der Kirche wird derzeit eine Ausstellung mit Sonntagsporträts von Menschen an der Bergstraße gezeigt. Damit will das Evangelische Dekanat Bergstraße nach eigenen Angaben deutlich machen,  dass der Sonntag kein Tag wie jeder andere ist und als arbeitsfreier Tag geschützt werden muss.

Auf dem stark frequentierten Markt der Möglichkeiten ist die Bergstraße ebenfalls vertreten. Eigene Informationsstände haben unter anderem die Christoffel-Blindenmission und  das Konfessionskundliche Institut beide aus Bensheim sowie Radio Melibokus.

Die vielfältigen Möglichkeiten auf dem Kirchentag begeistern auch die Jugendlichen von der Bergstraße. Die 15jährige Carla Alpers aus Bensheim-Gronau meint: „Es ist richtig toll hier. Es gibt viele Angebote für Jugendliche. Ich denke, wir werden bis Sonntag noch einiges erleben“. Hira Singer (14)  aus Bensheim-Gronau schätzt das Gemeinschaftserlebnis und meint: “Das Beste ist, dass wir uns gut verstehen“. Isabell Römer (14) aus Schönberg-Wilmshausen will mehrere Musikveranstaltungen besuchen. „Das erste Konzert mit der Band „Wise Guys“ war bereits super.“ Schade findet sie, dass es für viele Veranstaltungen, die draußen stattfinden, zu ungemütlich ist. Wie überhaupt nach Ansicht der Bergsträßer Teilnehmer/innen eines am Kirchentag verbesserungswürdig ist: das Wetter!

 

Foto: Unter den Kirchentagsbesuchern auch viele Teilnehmer/innen von der Bergstraße
Text: bet
Foto: ökt