20.03.10 Vollversammlung Notfallseelsorge - Fast 100 Einsätze im vergangenen Jahr


Die Notfallseelsorge im Kreis Bergstraße hat eine erfolgreiche Bilanz ihrer Arbeit im vergangenen Jahr gezogen. Sie war nach eigenen Angaben zu 97 Einsätzen gerufen worden.

Das sei eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr mit 74 Einsätzen, erklärte die Koordinatorin für Notfallseelsorge, Pfarrerin Barbara Tarnow bei der Vollversammlung in Lorsch. Neben der Tätigkeit bei Notfällen unterstützt die Notfallseelsorge die Rettungskräfte auch bei der Stressbearbeitung nach belastenden Einsätzen. 

Fünf Notfallseelsorger wurden am Rande der Vollversammlung für ihre außergewöhnlich hohe Einsatzbereitschaft geehrt. Harald Logins (Viernheim) und Andrea Schwarz (Lorsch) waren im vergangenen Jahr jeweils 17mal zu Notfällen gerufen worden, Ursula Horter-Weber (Bensheim) kam auf 15 Einsätze, Wolfgang Frister (Lorsch) und Hans-Dietrich Stolz (Pfungstadt) auf jeweils 11. Insgesamt war die Notfallseelsorge  genau 259 Stunden und 5 Minuten im Einsatz. Die Ehrenamtlichen, die für ihre Tätigkeit geschult und ausgebildet worden sind, überbringen zum Beispiel Todesnachrichten, betreuen Angehörige von Unfallopfern, nach erfolgloser Reanimation oder bei Suizid. Zu den besonderen Einsätzen gehörte der Fall des Bombenlegers von Viernheim, als die Notfallseelsorge in wechselnden Schichten vor Ort war.

Wie stark die Notfallseelsorge auf Spenden und Zuwendungen angewiesen ist, machte Harald Logins bei der Haushaltsbilanz deutlich. Rund 21.500 Euro habe im vergangenen Jahr die Arbeit der Notfallseelsorge gekostet. Dafür hätten die Zuweisungen der evangelischen und katholischen Kirche, die Gottesdienstkollekten, die Spenden und die Unterstützung des Fördervereins nicht ganz ausgereicht. Knapp 1.700 Euro habe die Notfallseelsorge aus ihren Rücklagen nehmen müssen. Einen Teil der Kosten finanzieren die Notfallseelsorgerinnen und –seelsorger sogar selbst. Sie waren laut Jahresbilanz insgesamt 5084 Kilometer mit ihren privaten Autos zu Einsätzen unterwegs. Viele verzichten auf die Erstattung der Fahrtkosten und spenden den Betrag der Notfallseelsorge. Zur Vollversammlung der Notfallseelsorge spendete der Lions-Club Darmstadt 1.000 Euro.

Für fünf Jahre ehrenamtliche Tätigkeit in der Notfallseelsorge  wurden Gerlinde Bammert (Heppenheim), Wolfgang Frister (Lorsch), Renate Huber (Heppenheim), Friederike Jansohn (Seeheim-Jugenheim), Astrid Münch (Heppenheim) und Hans-Dietrich Stolz (Pfungstadt) ausgezeichnet.

Die Notfallseelsorge ist täglich rund um die Uhr in Rufbereitschaft.  Dafür stehen im Kreis Bergstraße derzeit  insgesamt 60 Ehrenamtliche zur Verfügung – jeweils zur Hälfte Frauen und Männer.


Foto von links n. rechts:
Astrid Münch, Gerlinde Bammert, Wolfgang Frister, Renate Huber und Friederike Jansohn, die für fünfjährige ehrenamtliche Tätigkeit als Notfallseelsorger/innen ausgezeichnet wurden. Nicht auf dem Bild aber ebenfalls ausgezeichnet: Hans-Dietrich Stolz

Text u. Foto: bet