03.03.10 Ein denkwürdiger Jahrestag: Der Sonntag ist seit 1689 Jahren frei


Heute vor genau 1689 Jahren wurden die entscheidenden Weichen für den Sonntagsschutz gestellt. Am 3. März im Jahr 321 verfügte Kaiser Konstantin, dass der Sonntag arbeitsfrei sein müsse. So wurde es im damaligen Römischen Reich gehandhabt und so ist es über Jahrhunderte gängige Praxis in Europa geworden. Doch der freie Sonntag ist bedroht.

Mittlerweile müssen über 26 Prozent der Arbeitnehmer regelmäßig sonntags arbeiten.Dagegen gibt es Protest. Heute am Jahrestag der konstantinischen Sonntagsverfügung hat sich in Nordrhein-Westfalen eine Allianz für den freien Sonntag gegründet. Sie wendet sich vor allem gegen das nordrhein-westfälische Ladenöffnungsgesetz. Anders als in Hessen, wo in den Kommunen vier verkaufsoffene Sonntage möglich sind, können  in NRW  die Geschäfte in jedem einzelnen Stadtteil bis zu vier Mal im Jahr öffnen. Das heißt: Besteht eine größere Stadt aus zehn Stadtteilen und sprechen sich diese Stadtteile untereinander ab, ist die sonntägliche Ladenöffnung an 40 Sonntagen im Jahr möglich.

Die Allianz für den freien Sonntag in Baden-Württemberg veranstaltet heute in Stuttgart eine Fachtagung zum Sonntagsschutz und sozialverträgliche Arbeitszeiten. Sie hat den 3. März zum „Internationalen Tag des freien Sonntags" ernannt.

Die auf Initiative des Evangelischen Dekanats Bergstraße im Juli vergangenen Jahres gegründete Allianz für den freien Sonntag in der Region Starkenburg ist die bislang einzige Allianz von Sonntagsschützern in ganz Hessen. Gestern hatte die katholische Betriebsseelsorge zu der Veranstaltung „Heilige Zeiten“  in Heppenheim eingeladen. Es ging um die Zunahme der Sonntagsarbeit und der erweiterten Ladenschlusszeiten im Einzelhandel. Dabei wurde eine Initiative gestartet für die Gründung einer landesweiten Sonntagsallianz in Hessen. Schon bald soll es darüber es erste Gespräche geben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung waren sich gestern einig, dass eine Hessische Allianz für den freien Sonntag eine wichtige Rolle spielen könnte,  wenn das Hessische Ladenöffnungsgesetz demnächst auf den Prüfstand kommt. Denn es läuft zum 31.Dezember 2011 aus. Eine hessenweite Allianz bietet die Möglichkeit, sich stärker in die Debatte um eine Neuregelung der Ladenöffnungszeiten einzuschalten

Im Heppenheimer Haus der Kirche wird ab dem 29. April die Ausstellung  „Mein Sonntag“ zu sehen sein. Die Exponate sind sehr unterschiedlich, haben aber eines gemeinsam: sie zeigen, welche Bedeutung der Sonntag für die Menschen hat und was uns verloren geht, wenn es nur noch Werktage gibt.


Text: bet
Foto: Büste des "Sonntagsschützers" Kaiser Konstantin