10.02.10 Hartz-IV-Urteil: Ein Chance für Kinder


Das Evangelische Dekanat Bergstraße begrüßt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Hartz-IV-Regelsätzen als ersten Schritt in die richtige Richtung. Damit hätten die Karlsruher Richter die Möglichkeit eröffnet, dass die Weichen bei der Armutsbekämpfung von Grund auf neu gestellt werden.

Bei der anstehenden Neuregelung müsse sichergestellt werden, dass die Betroffenen menschenwürdig leben und sich anständig ernähren können“, sagte Präses Axel Rothermel. Er appellierte an die politisch Verantwortlichen,  die Hartz-IV-Sätze so zu gestalten, dass die Menschen auch sozial nicht ausgegrenzt werden, sondern  am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilhaben können. Die Gründung immer neuer Tafeln im Kreis Bergstraße, die zu einem symbolischen Preis Lebensmittel an Bedürftige abgeben, sei in den letzten Jahren ein Alarmzeichen gewesen.

„Wir gehen davon aus, dass künftig insbesondere Kinder besser gestellt werden“, sagte der stellvertretende Dekan Hermann Birschel.  Dann müsse das Mittagessen im Kindergarten für betroffene Kinder nicht mehr aus der Kirchenkollekte bezahlt werden, wie es in der Gemeinde Zotzenbach geschehen sei.  Birschel erinnerte daran, dass von den 500 Menschen, die sich bei der Tafel in Rimbach mit Lebensmitteln versorgen, die Hälfte Kinder unter 14 Jahren seien.

„Die Jüngsten sind die Schwächsten“, betonte auch Präses Rothermel,  „sie brauchen dringend mehr Unterstützung – je schneller die vom Bundesverfassungsgericht angemahnten Änderungen kommen, desto besser“.

Das Diakonische Werk in Hessen und Nassau unterhält insgesamt 16 Tafeln, die wöchentlich über 8.000 Menschen unterstützen. Im Landkreis Bergstraße ist das Diakonische Werk Träger der Tafeln in Rimbach und Lampertheim.

Text: bet