25.01.10 Qualität im Kindergarten - "Das Gute suchen und zum Besseren weiterentwickeln"


Bei der Veranstaltung „Qualitätsfacetten“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) stand die Arbeit der rund 600 evangelischen Kindergärten auf dem Prüfstand. Die Evangelische Kindertagesstätte Zwingenberg stellte bei der Tagung in Frankfurt ihr Qualitätsprojekt Bildung vor. Kirchenpräsident Dr. Volker Jung, der die Eröffnungsansprache hielt, nutzte die Gelegenheit, sich an den Informationsständen der Einrichtungen zu informieren.

Auf Einladung der Kirchenverwaltung und des Zentrums Bildung waren rund 300 Vertreterinnen und Vertreter aus den beteiligten Einrichtungen der EKHN ins Frankfurter Dominikanerkloster gekommen. Kirchenpräsident Dr. Jung sagte, Qualitätsentwicklung dürfe kein Selbstzweck sein, sie sei um der Menschen willen da. „Wir sind als Menschen nicht perfekt und sollen es auch gar nicht sein.“. Qualität in den evangelischen Einrichtungen bedeute, „die Aufgaben in gegenseitiger Achtung zu erfüllen, wertorientiert und wertschätzend.“

Die Leiterin der Evangelischen Kindertagesstätte Zwingenberg, Erika Beckmann, nannte drei Herausforderungen, die für die Bildung von Kindern berücksichtigt wer-den müssten: die Stärkung der Elternpartnerschaft; die Unterstützung von benachteiligten Kindern sowie die Entwicklung von Konzeptionen,  die immer wieder überprüft und weiterentwickelt werden. Entscheidend für die Bildung sei auch die Haltung als Fachkraft. „Habe ich Spaß Dinge zu erforschen und neu kennen zu lernen, dann überträgt sich das auch auf die Kinder“. Nur so könne es gelingen das Feuer der Bildung immer wieder neu zu entfachen, meinte sie. Der Qualitätsstandard Bildung erfordere neben einer guten Personal- auch eine gute Materialausstattung. Eine Digitalkamera bis hin zu einem Computer mit Farbdrucker pro Gruppe sei kein Luxus sondern Notwendigkeit, betonte Erika Beckmann. 

In seinem Grußwort sagte Staatsminister Jürgen Banzer vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, die tägliche Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher könne gar nicht genug Wertschätzung bekommen. Sie könnten mithelfen die großen gesellschaftlichen Probleme zu lösen und den Kindern gleiche Startchancen zu ermöglichen

Die EKHN hatte 2004 ein Qualitätsentwicklungssystem für die Kindertagesstätten eingeführt. „Im Zentrum des kirchlichen Verfahrens steht die Selbstbewertung und nicht die Überprüfung von außen“ sagte Monika Griep, Referentin für Qualitätsentwicklung in der Kirchenverwaltung der EKHN. Die Suche vom Guten zum Besseren sei nur kooperativ mit den Menschen zu entwickeln und nicht durch festgelegte Normen und Standards.

 

Das Foto zeigt den Info-Stand der Ev. Kindertagesstätte Zwingenberg bei der Frankfurter Tagung